Medienspiegel

Interview: Aufklären durch Spielen – Engels Kulturmagazin, Wuppertal

In einem ausführlichen Interview sprach ich für das Engels Kulturmagazin mit dem Journalisten Christopher Dröge über die aufklärerische Macht von digitalen Spielen und mein Engagement in der historisch-politischen Bildung. In Wuppertal und Umgebung erscheint das Magazin monatlich zu Themen von Kunst, Film und Kultur – online und im Druck. Wobei das Interview im Druck kondensierter wurde.

Wir sprachen darüber, weshalb mich der spezielle Blickwinkel als Historiker so fasziniert. Übrigens kann man dazu von mir aktuell auch eine mehrteilige Reihe bei videospielgeschichten.de lesen.

In dem langen Gespräch gingen wir sehr in die Tiefe, was digitale Spiele aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive analytisch so interessant macht. Wir sprachen über die spezifischen Eigenschaften dieses Mediums, und welche Folgen sie für historische Inszenierungen haben. Wir kamen auf die Sorge der Games-Branche zu sprechen, auf rohen Eiern um alle historisch problematischen Inhalte herum zu schleichen, womit sie aber zu häufig windschiefe Inszenierungen erzeugt. Dass die ignorante Zurückhaltung auch offene Einfallstore lässt, so dass sich beispielsweise ideologisch-fundamentalistische Kreise wie Rechtsextreme in Communities an unbedarfte Spielende heranwanzen, ist die bittere Konsequenz.

Nur blieben wir glücklicherweise nicht bei dieser Problematisierung stehen. Dröge interessierte sich auch dafür, wie digitale Spiele als Propaganda oder auch zur politischen Aufklärung eingesetzt werden könnten. Dazu besprachen wir Beispiele mit Blick auf die Staatenwelt als darwinistische Konkurrenzideologie. Ich stellte aber auch antifaschistische Spiele vor, innovative Spielmechaniken und Spiele, die wachrütteln sollen. Interessant fand ich auch die Schlussfrage, ob Spiele politisch sein können, wenn viele sie für eskapistisch halten. Wie sehr dieses Urteil vom Betrachter abhängt, versuchte ich an ein paar Beispielen zu begründen. Aber lest selbst.

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Disclaimer: Leider erhielt ich vor der Veröffentlichung keine Korrekturfassung mehr, so dass sich ein paar Fehler darin befinden. So sprach ich nicht von „Hearts of Iron 3“, sondern der vierte Teil der Reihe stellt Drittes Reich und Holocaust lückenhaft dar. Und natürlich wird Sklaverei in „Anno 1800 oder Anno 117“ dargestellt, nur eben nicht spielmechanisch, sondern nur narrativ – und das in Wirtschaftssystemen, die ohne Sklaven historisch undenkbar waren.