Medienspiegel

Der erhobene Indexfinger – Podcast, OK Cool

Im Podcast „OK Cool“ sprach ich mit Dominik Schott über Indizierungen von Games, das differenzierte deutsche System des Jugendmedienschutzes und die Auswirkungen auf meine Arbeit mit Geschichte und in der Erinnerungskultur. „Wie denkt ein Spielehistoriker über den Index und beschlagnahmte Games?“ stand als Frage im Mittelpunkt von dieser Folge.

Dominik Schott ist außerordentlich umtriebiger Journalist, Podcaster und Moderator im Games-Bereich – und als Archäologe eben auch an tieferen Fragen zur Spiele- und Erinnerungskultur interessiert. Der Podcast ist frei verfügbar zum Download und über mehrere Plattformen. Supporter bekommen eine Vielfalt an weiteren Formaten geboten.

Ausgehend von seinen Fragen über Diskurse und die beschränkende Rolle von Indizes, sprachen wir über Einflüsse auf meine Tätigkeiten zwischen Games, Geschichtswissenschaft, Jugendmedienschutz und Jugendarbeit. Dabei streiften wir durch die Entstehung des GameLab und der Ludothek in der Public History der Universität Hamburg. An der Auswahl der Spiele beteiligt waren nämlich viele Studierende beteiligt, wir suchten den Kontakt zu interessanten Spieleprojekten und brachten Entwickler:innen mit Forschenden und Studierenden zusammen.

Nun sehe ich durchaus die Herausforderungen bei der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ, ehemals BPjM), die richtigen Akzente zu setzen. Deshalb bin ich durchaus nicht unkritisch, was einzelne Entscheidungen anbetrifft. Allerdings wertschätze ich das deutsche System wegen seiner differenzierten Mitwirkung von drei Komponenten: So verwaltet den Prozess der Alterseinstufung weitgehend die Branche selbst mit der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Entscheidungen zur Indizierung fallen in der BzKJ als exekutiver Arm der Behörden. Beschlagnahmt werden aber kann nur durch die Staatsanwaltschaft auf richterliche Entscheidung. Das ist ziemlich gut durchdacht.

Ansicht der Webseite zum OK Cool Podcast bei podigee mit der Laufleiste zum Navigieren und Download. Rechts ein Button zum Abonnieren.
Den Podcast „OK Cool“ gibt es sehr regelmäßig über Menschen im Umfeld von Games zum Download oder zum Streamen. (hier podigee, screenshot Nolden)

Letztlich sprachen Dom und ich natürlich auch über die Auswirkungen von USK und Index auf unsere Tätigkeiten. Wir sprachen also über betroffene Spiele, journalistische Selbstzensur, absurde Schnittblüten und Umgehungsstrategien. Spezifisch zu Geschichte in und von Games wählten wir auch im GameLab sorgfältig Vergleiche zwischen internationalen und in deutschland indizierten Fassungen von Spielen aus. Außerdem band ich die USK selbst in meine Projektseminare mit ein. Sie prüfte studentische Video-Essays auf Altersfreigabe für das Computerspielemuseum Berlin, das als öffentlicher Ort auf „ab 6 freigegeben“ bestehen musste. Das war sehr lehrreich.

Vielen Dank, Dom, dass wir dem Thema mal so viel Zeit und Differenzierung einräumen konnten.

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