Demokratiebildung in Schule und Jugendhilfe – RBK Bergedorf, Hamburg
Mit einem Impulsvortrag und der Moderation eines Diskussionstisches im World Café brachte ich mich in die Regionale Bildungskonferenz (RBK) des Bezirks Bergedorf ein. Zum Thema „Mitreden, Mitgestalten, Mitentscheiden: Demokratiebildung mit Kindern und Jugendlichen“ lud die Abendveranstaltung von 17-20 Uhr im Forum Allermöhe zum Austausch von Akteuren aus Schule, Ganztag und Jugendhilfe ein. Mein Auftrag war es, digitale Methoden für die Grade von Beteiligung näher zu bringen.
In meinem Beitrag „Kommt rein! Macht mit!“ machte ich zunächst auf unterschiedliche Vorstellungen der Ideale und Realitäten über Beteiligung in Schule, Ganztag und Jugendhilfe aufmerksam. Gezielt um die Prinzipien „Mitreden“, „Mitgestalten“ und „Mitentscheiden“ umzusetzen, stellte ich drei Beispiele vor, die mithilfe der viel gescholtenen digitalen Medien in allen Tätigkeitsfeldern übergreifend anwendbar wären.
Das Thema Fakten und Fakes in Social Media eignet sich dazu, über ein Fundament für einen sachlichen Diskurs übereinzukommen. Regeln im Umfeld junger Menschen lassen sich kollaborativ mit ihnen durch Memes visualisieren. So können sie lernen, mitzugestalten. Für solide Entscheidungen muss die emotionalisierte Kraft von visuellen Botschaften im Wahlkampf verstanden werden. Bei Wahlen etwa zur Schülervertretung oder einem Beirat, Emotionen zu durchdenken und generative Bild-KI selbst anzuwenden, schult die Reflexion über die Vereinfachungen auf Plakaten.

Als bezirklicher Bildungskoordinator stieg nach den Grußworten zu Beginn der Veranstaltung Philipp Meyer in die unterschiedlichen Grade von Beteiligung und die gesetzlichen Anforderungen ein. Nach meinem Vortrag dann beschrieben die Vertreter:innen der Hamburger Schüler:innen-Kammer Melanie Dörnte und Thorben Bauer ihr Engagement, Fortschritte und die Defizite bei der Umsetzung in Hamburg. Spontan stieß noch Julian Lee als Lehrer vom Gymnasium Allermöhe mit einem Vortrag hinzu. Er schilderte sein Engagement für mehr Ehrenamt durch Schüler:innen im Projekt Clubkinder, für das er am selben Tag mit dem deutschen Lehrkräftepreis ausgezeichnet worden war.
Nach einer Pause mit Netzwerken und Verpflegung setzte das Programm mit Diskussionskreisen zu fünf Themenkomplexen fort. Angelehnt an die Methode World Café befassten sie sich mit den Bedingungen für das Gelingen von Beteiligung. Ich moderierte und rekapitulierte, wie die Teilnehmenden in drei wechselnden Wellen konkreten Beteiligungsformate im Alltag sammelten. Merklich wurde dort, dass die verschiedenen Teilgruppen ihre gegenseitigen Tätigkeitsgebiete noch besser kennenlernen müssten. Die letzte übergreifende Bildungskonferenz lag erhebliche fünf Jahre zurück. Jenseits schwierig einzufangender, grundsätzlicher Debatten passten die vorgeschlagenen konkreten Beispiele jeweils nur auf einen der Teilbereiche.
In der Auswertung meldete ich deshalb eine konkrete Anregung zurück: Bei einer nächsten Bildungskonferenz sollte versucht werden, konkrete übergreifende Beteiligungsformate zu entwickeln. Konzentriert auf den ganzen Abend könnten innovative Ideen entstehen, um gemeinsam und nicht nur in den einzelnen Feldern von Schule, Ganztag und Jugendhilfe bessere Beteiligungsprozesse zu entwickeln. Angesichts des sehr anregenden lebendigen Austauschs stehe ich dafür gern wieder zur Verfügung.
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