Titelbild Cover Katalog Alliierten Museum Computerspielemuseum Cold War Games Sonderausstellung
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ColdWarGames Begleitkatalog erschienen – Ausstellung, Alliierten Museum

Noch bis zum 30. Juni 2026 gibt es im Alliierten Museum an der Clayallee 135 in Berlin die Sonderausstellung „cold war games – Alles nur ein Spiel“ zu besuchen. Erschienen ist jetzt der Begleitkatalog mit meinem Überblick zum technikkulturellen Einfluss des Gaming in der alten Bundesrepublik ca. 1970 bis 1990. Der praktische Katalog ist überschaubar, handlich und enthält pointierte Beträge namhafter Personen aus Museumspraxis, Spieleforschung und der Spielekultur.

Links projeziert ein Beamer auf die Ausstellungswand einen Panzer in stilisierter Vektorgrafik. Unten zu sehen: der Titel der Ausstellung. Rechts schimmert der Raum mit Möbeln und Informationen aus den fünfziger Jahren durch eine Tür, die wie ein Schlüsselloch erscheint.
Gut erkennbar prägt die Sonderausstellung als Motiv der Blick durch das Schlüsselloch auf die private Gameskultur. (Foto Nolden)

Die Ausstellung entstand aus einer Zusammenarbeit des Alliierten Museums mit dem Computerspielemuseum Berlin. Anfang Dezember 2025 hatte ich die Gelegenheit, sie mir selbst vor Ort anzuschauen. Spürbar wird die große Erfahrung des Computerspielemuseums, digitale Spiele mit einem Kulissenbau in ihrem soziokulturellen Umfeld zu zeigen. Für die unterschiedlichen historischen Zeitphasen des Blockkonfliktes richtet die Ausstellung das Lebensumfeld, die Alltagsobjekte und die Wohnstile her, unter deren Einfluss und in deren Umgebung analog und digital gespielt wurde. Und die Ausstellung lässt in dieser Konsequenz eben auch selbst ausgewählte Exponate spielen.

Im Hintergrund ein Portrait des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker aus der DDR mit einer Frage auf der Schiefertafel: "Warum gibt es in der DDR keine Spiele über den Kalten Krieg?" Davor digitale und analoge Spiele zum Thema aus den achtziger Jahren mit einem TV-Gerät und einer Konsole.
Warum eigentlich gab es in der DDR keine Spiele über den Kalten Krieg, Erich? Die Kulisse fordert mit ihren Exponaten zu den achtziger Jahren zum Anspielen heraus. (Foto Nolden)

So ordnet der Katalog eingangs die Wahl dieser Methode und die Objekte ein. Weitere Beiträge geben Einblicke in die Computerspielwelten beiderseits des Eisernen Vorhangs. Diskutiert werden bedenkenswerte Fallstudien zum Thema, zeitgenössische Computerspiele der Achtziger und das Thema des Kalten Krieges in heutigen Spielen. Die Sicht eines Spieleentwicklers steuert der letzte Beitrag ebenfalls bei, wie dort Spiele zum Kalten Krieg und der deutschen Teilung entwickelt werden.

Links im Bild meine Hand und darüber in rosa kleine Plastiksoldaten, deren Waffen auf die enthaltenen Fachbeiträge des Kataloges zeigen. Im Hintegrund die hölzerne Ablage meines Schreibstischs.
Von der Museumspraxis über technikgeschichtliche Gamesforschung bis zum Entwicklungsprozess selbst ergänzt der Katalog die Ausstellung durch eine informative Einordnung. (Foto Nolden)

Zusammen mit dem Katalog erschafft die Ausstellung so einen sehr runden, buchstäblich anfassbaren Überblick über eine prägende Phase deutscher Geschichte für ein halbes Jahrhundert und weltweit über Europa hinaus – und wie digitales und analoges Spiele darin verwoben ist. Übrigens: Weil sich viel ausprobieren lässt, ist ein Besuch auch für Familien empfehlenswert.

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