Sozialpädagogische Medienarbeit in Lerngruppen – Workshop, Bezirk Nord Hamburg
Als sehr gut besucht und lebhaft stellte sich mein vierstündiger Workshop am 12.11.2025 bei den integrierten Lerngruppen im Bezirk Nord von Hamburg heraus. Ziel war es, Fachkräften Hilfestellungen zu digitalen Medienkompetenzen anzubieten, damit sie in Sachen Social Media und digitalen Medien „Vor die Welle kommen“. Gemeint ist damit, dass sie nicht jedem kurzfristigen Gefahrentrend spontan hinterher arbeiten, sondern methodisch kreative und produktive Orientierung für Kinder und Jugendliche bieten können.
Lerngruppen im Hamburger Bezirk Nord befinden sich an der Schnittstelle zwischen schulischen Ansprüchen und einer persönlichen Entwicklung junger Menschen – oft in Krisen. Dabei stehen die Interessen der Beteiligten in einem Spannungsfeld, die Beschulbarkeit von Kindern und Jugendliche wieder herzustellen, ihre Persönlichkeit zu stabilisieren und soziale Entwicklung zu fördern. Als ein wesentlicher Störfaktor gelten dafür gerade digitale Medien. Deshalb sammelten wir in einer Runde zu beginn, die zentralen Fragen und Bedarfe der Teilnehmenden für den Workshop.
Mithilfe des detaillierten Blicks in aktuelle Studien über Jugendliche ordneten wir schrittweise die Phänomene zu Medienverhalten und Suchterscheinungen ein. Dabei wies ich auf Grenzen und Größenordnungen der Befunde hin, auch um eine oft alarmistisch geführte Debatte auf eine fachliche und sachliche Basis zurückzuführen.
In einem praktischen Teil testeten die Teilnehmenden verschiedene fachlich geeignete Werkzeuge zur Selbstdiagnose und Verhaltensregelung im Internet darauf, ob sie diese und mit welchen Jugendlichen sie diese in welchem Rahmen anwenden könnten. Durch die Vielfalt der Anwesenden stellten sich Grenzen und Möglichkeiten dieser Instrumente sehr breit dar.

Wie wichtig dieser Workshop auch für das Bedürfnis der Fachkräfte war, sich untereinander über ihre Erfahrungen auszutauschen, zeigten die zahlreichen engagierten Diskussionsbeiträge mit Rückgriffen auf die tägliche, praktische Arbeit. Recht deutlich konzentrierten sich die Beiträge auf Fragen von Gesundheit, Jugendschutz und Prävention.
In der zweiten Hälfte meines Workshops bot ich deshalb verschiedene Wege an, um gerade mithilfe der Nutzung von digitalen Medienformen positive, kreative Impulse zu setzen, anstelle stets nur mit Jugendlichen Grenzen und Gefahren zu thematisieren. Dafür beschrieb ich zunächst, welche Relevanz ein bewusst sozialpädagogischer Akzent in der Medienarbeit für Kinder- und Jugendliche hat.
Niedrigschwellige Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, Memes und digitalen Spielen zeigten abschließend, wie soziale Arbeit auch in Lerngruppen methodisch die Persönlichkeitsentwicklung und Selbstwirksamkeit von Zielgruppen unterstützen kann. Zugleich gab es auch zu den Anwendungen und den jugendlichen Lebenswelten viele Eindrücke, die die Teilnehmenden intensiv diskutierten.
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