{"id":612,"date":"2020-02-20T14:33:07","date_gmt":"2020-02-20T13:33:07","guid":{"rendered":"https:\/\/niconolden.de\/person\/?p=612"},"modified":"2020-03-03T12:49:12","modified_gmt":"2020-03-03T11:49:12","slug":"wie-war-das-noch-mal-mit-den-verbrechen-der-wehrmacht-interview-mit-wochenzeitung-woz-zuerich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/niconolden.de\/person\/2020\/02\/20\/wie-war-das-noch-mal-mit-den-verbrechen-der-wehrmacht-interview-mit-wochenzeitung-woz-zuerich\/","title":{"rendered":"Wie war das noch mal mit den Verbrechen der Wehrmacht? &#8211; Interview mit Wochenzeitung WOZ, Z\u00fcrich"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Am 20.2.2020 ver\u00f6ffentlichte die <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Z\u00fcricher Wochenzeitung WOZ (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.woz.ch\/\" target=\"_blank\">Z\u00fcricher Wochenzeitung WOZ<\/a> einen <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"zweiseitigen Beitrag (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2008\/games-und-geschichte\/wie-war-das-noch-mal-mit-den-verbrechen-der-wehrmacht\" target=\"_blank\">zweiseitigen Beitrag<\/a> (Nr. 8, S. 20\/21) \u00fcber das Strategiespiel <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Through the Darkest of Times (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/store.steampowered.com\/app\/1003090\/Through_the_Darkest_of_Times\/\" target=\"_blank\">Through the Darkest of Times<\/a> der Berliner Entwickler von <a href=\"https:\/\/paintbucket.de\/de\/ttdot\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Paintbucket Games (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Paintbucket Games<\/a>. Dabei handelte der Beitrag grunds\u00e4tzlich davon, welche Probleme viele digitale Spiele mit der Darstellung von Wehrmacht, dem Zweiten Weltkrieg und dem Dritten Reich transportieren. &#8222;Through the Darkest of Times&#8220; zeige, dass es auch anders geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die eher linke Wochenzeitung aus Z\u00fcrich verf\u00fcgt eher nicht \u00fcber eine Games-affine Leserschaft, weswegen Redakteur Daniel Hackbarth in einem breiten Einstieg kuriose bis bedenkliche Darstellungen in digitalen Spielen \u00fcberblickte. An mich wandte er sich, damit ich erl\u00e4utere, weswegen ich das Indie-Projekt aus Berlin f\u00fcr so besonders gelungen halte. Leider l\u00e4sst sich der Beitrag wegen einer Paywall nicht einfach verlinken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"766\" src=\"https:\/\/niconolden.de\/person\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/WOZ2020_08_20-21-1024x766.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-613\" srcset=\"https:\/\/niconolden.de\/person\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/WOZ2020_08_20-21.png 1024w, https:\/\/niconolden.de\/person\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/WOZ2020_08_20-21-300x224.png 300w, https:\/\/niconolden.de\/person\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/WOZ2020_08_20-21-768x575.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>\u00dcber die Darstellung von Nazideutschland in digitalen Spielen sprach ich anl\u00e4sslich eines j\u00fcngst erschienenen  Berliner Projektes mit Daniel Hackbarth von der WOZ. (Abb. Screenshot Beitrag WOZ)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Artikel begr\u00fc\u00dfte ich den &#8222;handlungsorientierten Ansatz&#8220;, der die Spielenden ethisch herausfordert und zur Reflexion zwinge. Freundlicherweise wies er auch <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"auf meine j\u00fcngst erschienene Dissertation (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/niconolden.de\/person\/2019\/12\/28\/endlich-da-meine-dissertation-ist-veroeffentlicht\/\" target=\"_blank\">auf meine j\u00fcngst erschienene Dissertation<\/a> hin und mein <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Blog Keimling (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/keimling.niconolden.de\/\" target=\"_blank\">Blog Keimling<\/a>. Ich erl\u00e4uterte, dass es elementar wichtig sei, wie die Entwickler den Terror des deutschen Faschismus auch f\u00fcr ein digitales Spiel aufbereiten. Das Spiel breche erfolgreich mit dem Vorurteil, digitale Spiele k\u00f6nnten (oder d\u00fcrften) etwa den Holocaust nicht thematisieren. Ich wies darauf hin, dass viele Spiele apologetisch Nazideutschland und die deutsche Armee verkl\u00e4rten, auch wenn die geschichtswissenchaftliche Forschung klare Belege f\u00fcr die willentliche Mitt\u00e4terschaft etwa der Wehrmacht herausgearbeitet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir kamen auch auf rechte Spielercommunities zu sprechen. Wenn diese sich beklagten, Politik solle aus digitalen Spielen herausgehalten werden, sei das v\u00f6llig absurd. Ich urteilte klar: So etwas wie ein unpolitisches Game zum Zweiten Weltkrieg k\u00f6nne es gar nicht geben. Vermehrt, so teilte ich meine Beobachtung, tr\u00e4ten Spielende Rechten entgegen. Hackbarth fand, diese Einsch\u00e4tzung belege &#8222;Through the Darkest of Times&#8220; eindrucksvoll.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">*<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 20.2.2020 ver\u00f6ffentlichte die Z\u00fcricher Wochenzeitung WOZ einen zweiseitigen Beitrag (Nr. 8, S. 20\/21) \u00fcber das Strategiespiel Through the Darkest of Times der Berliner Entwickler von Paintbucket Games. Dabei handelte der Beitrag grunds\u00e4tzlich davon, welche Probleme viele digitale Spiele mit der Darstellung von Wehrmacht, dem Zweiten Weltkrieg und dem Dritten Reich transportieren. &#8222;Through the Darkest of Times&#8220; zeige, dass es auch anders geht. Die eher linke Wochenzeitung aus Z\u00fcrich verf\u00fcgt eher nicht \u00fcber eine Games-affine Leserschaft, weswegen Redakteur Daniel Hackbarth in einem breiten Einstieg kuriose bis bedenkliche Darstellungen in digitalen Spielen \u00fcberblickte. An mich wandte er sich, damit ich erl\u00e4utere, weswegen ich das Indie-Projekt aus Berlin f\u00fcr so besonders gelungen halte. Leider l\u00e4sst sich der Beitrag wegen einer Paywall nicht einfach verlinken. Im Artikel begr\u00fc\u00dfte ich den &#8222;handlungsorientierten Ansatz&#8220;, der die Spielenden ethisch herausfordert und zur Reflexion zwinge. Freundlicherweise wies er auch auf meine j\u00fcngst erschienene Dissertation hin und mein Blog Keimling. Ich erl\u00e4uterte, dass es elementar wichtig sei, wie die Entwickler den Terror des deutschen Faschismus auch f\u00fcr ein digitales Spiel aufbereiten. Das Spiel breche erfolgreich mit dem Vorurteil, digitale Spiele k\u00f6nnten (oder d\u00fcrften) etwa den Holocaust nicht thematisieren. Ich wies darauf hin, dass viele Spiele apologetisch Nazideutschland und die deutsche Armee verkl\u00e4rten, auch wenn die geschichtswissenchaftliche Forschung klare Belege f\u00fcr die willentliche Mitt\u00e4terschaft etwa der Wehrmacht herausgearbeitet hat. Wir kamen auch auf rechte Spielercommunities zu sprechen. Wenn diese sich beklagten, Politik solle aus digitalen Spielen herausgehalten werden, sei das v\u00f6llig absurd. Ich urteilte klar: So etwas wie ein unpolitisches Game zum Zweiten Weltkrieg k\u00f6nne es gar nicht geben. Vermehrt, so teilte ich meine Beobachtung, tr\u00e4ten Spielende Rechten entgegen. 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